Heinrich II: Kulturparlament e.V. in Soest

Der Heinrich II

Kulturparlament e.V. in Soest

 

Das „Kulturparlament“ hat aus der Not eine Tugend gemacht. Der Verein will Fördergelder bereitstellen, um die Soester Kulturszene zu unterstützen und mit am Leben zu erhalten. Dafür werden die Mitgliedsbeiträge verwandt. Die Mitglieder, können als Gegenleistung jedes Mal auf demokratische Weise dabei mitbestimmen, was für ein Projekt mit den Geldern gefördert werden soll. Daher auch der Name Kulturparlament.
Der Verein verfügt über Mitglieder mit hohem künstlerischen und kulturellen Sachverstand und kann so die Entscheidungen zur Förderung fundiert vorbereiten. Darüber hinaus unterstützt er das jeweils geförderte Projekt nicht nur finanziell, sondern versucht die Künstlerinnen und Künstler bis zur Realisierung ihres Projektes mit jeder ihm möglichen ideellen Unterstützung zu helfen und zu begleiten

Die Verleihung

Bei der Preisverleihung auf dem Böll Forum 2005 hielt Oliver Keymis die Rede. Bei der Preisübergabe 2006 in Soest wurde die Laudatio von Adrienne Goehler gehalten.

Preis-wert weil…

Der Verein gründete sich 1999, um nach massiven Kürzungen im Kulturbudget der Stadt im Rahmen der Haushaltssicherung, eigenverantwortliche Zeichen örtlicher Kulturförderung durch Bürgerverantwortung zu setzen. Die mehr als 40 KulturParlamentarier haben nicht nur bisher mehr als 10 000 € in kulturelle Projekte in Soest investiert, in ihren öffentlichen Debatten über die jährlichen Projekte wird auch eine offene, auf demokratische Teilhabe angelegte Kulturdebatte inszeniert.
Der Verein unterstützt KünstlerInnen bei der Realisierung und Erschließung weiterer Förderwege nicht nur finanziell, sondern auch durch seine vielfältigen Talente und Vernetzungen. Die Förderung umfasst ein breites Spektrum von szenischen Konzerten, über Landschafskunst, Kurzfilmwochen bishin zum Hip-Hop-ActionPainting-Breakdance-Projekt.
Neben der beeindruckenden Wirkung des Parlaments für das kulturelle Leben in Soest sieht die Jury in der einfachen Übertragbarkeit den Reiz der Idee.

Was wurde eigentlich aus dem Kulturparlament Soest?

2006 legte der Verein neben der Fördertätigkeit für Soester Künstler ein Stipendium auf, das sich durch Sponsoren finanziert. Seitdem wird das Stipendium jedes 2. Jahr im Wechsel mit der Förderung durch den Verein vergeben. Die Stipendiaten sollen dabei immer einen gewissen „Kick“ haben, ihr Projekt soll das Potential haben, die Soester Bevölkerung ein wenig „aufzurütteln“. Seit Ende 2010 ist das Stipendium wieder für die nächsten 6 Jahre mit neuen Sponsoren vertraglich festgelegt worden. Neben einer monatlichen Unterstützungszahlung und der Finanzierung eines Katalogs für ihr im Rahmen des Stipendiums geschaffenes Werk bietet der Verein den Stipendiaten die Möglichkeit ein halbes Jahr im „Künstlerhaus“, das das Kulturparlament 2006 als Mieter übernommen hat, zu wohnen und zu arbeiten. Das Künstlerhaus wird neben der Nutzung durch den Stipendiaten auch sonst als ein Treffpunkt für Künstler und Kulturinteressierte genutzt. Vereine mit künstlerischer oder kultureller Ausrichtung können das Haus kostenlos für bis zu 8 Wochen nutzen. Auch Einzelveranstaltungen wie zum Beispiel der „Kunst Salon Soest“ werden in den Räumlichkeiten abgehalten.
Darüber hinaus war der Verein Stichwortgeber für die Gründung der Bürgerstiftung „Hellweg“. Im Laufe der Gründung hat man sich dann jedoch wieder aus dem Prozess zurückgezogen und stattdessen eine Partnerstiftung gegründet. Auch damit war man Vorreiter, so dass es bis heute über zehn Partnerstiftungen gibt. Der Verein hat hier den Anstoß für bürgergesellschaftliches Engagement über die eigene kulturelle Thematik hinaus gegeben.
Der Ideen- und Innovationspreis der Heinrich Böll Stiftung wurde vom Verein mit Freude entgegengenommen und hatte eine direkte Auswirkung. Die Laudatorin bei der Verleihung, Adrienne Goehler, ist dem Verein erhalten geblieben. So ist sie unter anderem Mitglied der Jury für die Stipendiumsvergabe geworden.
Bei der Sponsorensuche ist der Heinrich leider nur sehr indirekt hilfreich, da eher der persönliche Kontakt zu ortsansässigen Unternehmen ausschlaggebend für die Sponsorenfindung ist. Eine Wirkung kann die Erwähnung der Preisträgerschaft eher bei unpersönlicheren Anträgen entfalten, wie bei der Bewerbung für Förderungen durch öffentliche Gelder.
Das Objekt „Der Heinrich“ führte bei der Überreichung zunächst zu Irritationen, später freundete man sich jedoch damit an. Für das Kulturparlament stellt der Heinrich in seiner Form als Gießkanne ein Symbol dar für die Vermehrung und Verstärkung von Aktivitäten, jedoch in Form eines Wachstums im Einklang mit der Natur. Die ungewöhnliche Form des Preisobjektes in Verbindung mit der ungewöhnlichen Laudatio von Adrienne Goehler ist für das Kulturparlament auch als Aufruf zu verstehen keine ausgetretenen Pfade zu nehmen sondern außergewöhnliche Wege zu gehen – ungewöhnlich zu bleiben. Insofern „ist der Preis Programm“
Auch für die Zukunft hat das Kulturparlament noch einiges vor: In diesem Jahr steht wieder eine Förderung von Soester Projekten an. In diesem Jahr wird die Förderung dreigeteilt. Dabei wird ein Projekt von Tim Hölscher, der Lochkameraaufnahmen von Soest machen wird, das Theaterprojekt „Igelhans“ zum Thema Inklusion und die musische Bildung in der Sekundarstufe 2 in Soester Schulen gefördert. Außerdem wird die Ausschreibung für das nächste Stipendium vorbereitet.

Weitere Informationen zum Kulturparlament in Soest:
http://www.kulturparlament-soest.de

 
 
 
 
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