AG "Politische Bildung mit und für Geflüchtete"

AG "Politische Bildung mit und für Geflüchtete"

AG Gruppe "Politische Bildung mit und für Geflüchtete"Urheber: HBS NRW. All rights reserved.

60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. Das ist die höchste Zahl, die jemals vom UNHCR verzeichnet wurde. Dies verändert das Zusammenleben in Deutschland und stellt auch neue Anforderungen an die politische Bildung. Das Thema „Geflüchtete und politische Bildung“ ist für die Heinrich Böll Stiftung NRW daher ein Schwerpunktthema und gemeinsam mit Engagierten in der Flüchtlingshilfe, Menschen mit Fluchterfahrung und Wissenschaftler*innen wird diskutiert, wie sinnvolle Politische Bildung mit und für Geflüchtete aussehen kann.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Flüchtlingszahlen und der Herausforderung ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft stellt sich auch für die Heinrich Böll Stiftung NRW als Anbieterin politischer Bildungsarbeit die Frage: Welche Angebote benötigen wir jetzt und was muss politische Bildung leisten, um zu einem eigenständigen Engagement in der Politik anzuregen? Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen gehören seit jeher zum Leitbild der Stiftung. Damit Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft gelingt, müssen Strategien entwickelt werden, die eine integrierende Politik ermöglichen. Aus diesem Grund hat sich die Stiftung zum Ziel gesetzt, im Dialog mit Geflüchteten und ihren Unterstützer*innen Konzepte politischer Bildung im Themenbereich Flucht zu entwickeln.

In fünf Workshops wurdenThemen und Methoden erarbeitet, die als Angebote der politischen Bildung zum Thema Flucht und für Geflüchtete umgesetzt werden können. Geleitet wurden die Workshops von Tim Zosel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Erwachsenenbildung/ Politische Bildung der Universität Duisburg-Essen und Anja Stahl, Diplom-Politologin mit langjähriger Erfahrung in der haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit. Der Auftakt der Workshop-Reihe fand im Februar in der Geschäftsstelle der Stiftung in Düsseldorf statt und bestand vor allem im Kennenlernen und im Austausch über die Erwartungen.

Teilhabe schaffen, Gehört werden, Vernetzen, Verhältnisse umkehren und Strukturen verändern

In den darauf folgenden Sitzungen wurden Themen, Formate und Umsetzungsideen besprochen, wobei vor allem zu drei Bereichen in Themengruppen tiefergehend gearbeitet wurde: a) Umgang mit Rassismus, b) Austausch zwischen Bürger*innen und Geflüchteten sowie c) Empowerment von Flüchtlingen als Akteure aber auch von ehrenamtlich Tätigen. Hierauf aufbauend entwickelten alle Teilnehmer*innen konkrete Konzepte für politische Bildungsangebote, die in der Gruppe konstruktiv besprochen wurden. Es entstand eine sehr bunte Bandbreite an Vorschlägen und zeigte sich, dass das Verständnis von politischer Bildung bei den sehr unterschiedlichen Teilnehmer*innen verschieden ist. Große Einigkeit herrschte allerdings dahingehend, dass sich ein Bildungsangebot für Geflüchtete zum Ziel setzen sollte, die politische Teilhabe und das politische Wissen von Geflüchteten zu stärken und ihnen eine Möglichkeit zum Austausch über Themen wie Religion, Rassismus und Menschenrechte zu geben. 

Der Abschlussworkshop am 18. Mai belegte, dass die Zeit für alle Beteiligten, trotz unterschiedlicher Erwartungen, eine sehr bereichernde Erfahrung war und die Netzwerke innerhalb der Gruppe weiter ausgebaut und der Kontakt aufrecht erhalten werden soll. Die Ergebnisse dieses Austausches wird die Henrich Böll Stiftung NRW ihrer Planung im Bereiche "Politische Bildung und Flucht" zugrunde legen.

Weitergehende Informationen und Erfahrungen können sehr gerne dem Artikel im "Forum Kommunalpolitik" (Zeitschrift der GAR NRW) oder dem Bericht unsere Praktikantin Linda Merse (oben rechts angefügt) entnommen werden. 

 

 

 

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