Solidarisch & Urban im Union-Gewerbehof: Wie wollen wir zusammen leben, arbeiten und wirtschaften?

Solidarisch & Urban im Union-Gewerbehof: Wie wollen wir zusammen leben, arbeiten und wirtschaften?

Urheber: Susanne Erdmann. All rights reserved.

Zum ersten Mal fand bei der Heinrich Böll Stiftung NRW eine 2-Tages-Veranstaltung zum Thema „Genossenschaften - Solidarisch & Urban“ statt. Gemeinsam mit Hans-Gerd Nottenbohm (UGW) und Svenja Noltemeyer (die Urbanisten) wurden in den kreativen Räumen des Union-Gewerbehof Raum und Gelegenheit für einen intensiven Austausch geboten. Der Union Gewerbehof (UGW) ist ein ehemaliges Industriegebäude im Unionviertel Dortmund. Hier befinden sich heute 90 kleine Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Diese Unternehmen verfolgen soziale und erwerbswirtschaftliche Ziele. Sie schaffen Arbeit für rund 200 Menschen.

Der Union Gewerbehof ist ein gutes Beispiel für die sinnvolle Umnutzung alter Industriegebäude und auch dafür, was aus Eigeninitiative gegen Arbeitslosigkeit und zur lokalen Entwicklung geschaffen werden kann. Was als Trägerverein für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen begann, wurde zu einer GmbH und wird heute als Genossenschaft erfolgreich weitergeführt. Die Geschichte, Entstehung und Entwicklung, des Gewerbehofes zeigt sehr interessante Erfahrungen und Veränderungen bei den genutzten Gebäuden, den Finanzierungen und den Rechtsformen. Auch die im Gewerbehof und im Unionviertel ansässigen Unternehmen und Vereine haben darin hier ihre persönlichen Erfahrungen im Laufe der Jahre gemacht. Im Positiven, wie auch im Negativen. Mit großer Ausdauer und starkem Engagement haben sie ihre Projekte bis heute auf- und ausgebaut. Sehr interessant sind auch die unterschiedlichen Gründe, die sie dazu veranlasst haben, diese Projekte zu starten.

Auch wir nutzten diesen inspirierenden Ort. Am ersten Tag zuerst für die Präsentation der sechs ansässigen Akteur*innen, um ihre Erfahrungen, ihren Werdegang (von der Gründung bis zum heutigen Zeitpunkt) sowie ihre Netzwerke vorzustellen und danach für Workshops.

 

Präsentiert haben

 

Zum Abschluss sprach Hans-Gerd Nottenbohm, UGW (Rechtsform: Genossenschaft,) ein paar Worte über den Union Gewerbehof. So unterschiedlich diese Organisationen, ihre Projekte und ihre Rechtsformen sind, so haben sie alle ein gemeinsames Ziel: Die BürgerInnen im Unionsviertel zum Mitgestalten, Mitwirken zu animieren und ihre Umgebung selber zu verändern.

 

Nach einer Pause an einem lecker angerichteten Mittagstisch im Hofcafé, wurden in drei parallel stattfindenden Workshops die Themen (Gleichberechtigt zusammen arbeiten, Genossenschaften gegen Spekulationswahn, Gemeinwesen) von den TeilnehmerInnen und den AkteurInnen, mit Fragen und eigenen konkreten Beispielen gemeinsam besprochen. Am Abend ließen wir, auch hier wieder im gemütlichen Zusammensein im Hofcafé beim Essen, den Tag mit interessanten Gesprächen ausklingen.

Am zweiten Tag nutzten wir den Veranstaltungsraum für ein Podiumsgespräch zwischen Hans-Gerd Nottenbohm (UGW), Dr. Frauke Burgdorff (Burgdorff Stadt – Agentur für kooperative Stadtentwicklung) und Prof. Dr. Oliver Bierhoff (FH Bielefeld) und anschließender Diskussion mit dem Publikum. Das Seminar endete mit einer Führung durch das Unionviertel, organisiert von „Die Urbanisten“. Die Führung zeigte einen sehr guten Eindruck der bereits stattgefundenen Veränderungen im Viertel und das Zusammenspiel der vielfältigen Akteur*innen.

An diesen zwei Tagen im Union Gewerbehof, im Unionviertel, haben wir Projekte und Unternehmen kennen gelernt, die autark tätig und dennoch über den Gewerbehof miteinander verknüpft sind, und hier und da auch zusammen miteinander wirken. Wir haben gesehen, dass Projekte in verschiedenen Rechtsformen geführt werden, wobei die Genossenschaft hier in diesem Fall eine sehr wichtige Rolle für die Gemeinschaft und die Solidarität spielt.

 
Ein Bericht von Susanne Erdmann.

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