Weltfrieden & Europa: 21. Böll-Forum NRW

Weltfrieden & Europa: 21. Böll-Forum NRW

Veranstaltungsbericht

Heinrich Bölls Worte haben an Aktualität nicht verloren: Eine szenische Lesung seiner Kriegstagebücher zog die Gäste in den Bann. In der anschließenden Diskussion mit dem Bundestagsabgeordneten Frithjof Schmidt fand das 21. Böll-Forum einen spannenden Bezug zur europäischen Friedensfrage.

Urheber: Jürgen Jansen. All rights reserved.

Seit 21 Jahren ist das Böll-Forum NRW ein Ort des Gedankenaustauschs jenseits tagespolitischer Zwänge. Anlässlich des 370-jährigen Jubiläums des Westfälischen Friedens stand es in diesem Jahr unter dem Motto Weltfrieden & Europa. Beginnend mit einer atmosphärischen Lesung, begleitet und kommentiert durch Markus Schäfer, Germanist, Böll-Experte und wiss. Mitarbeiter des Heinrich Böll-Archivs in Köln, erschuf das Schauspielerduo um Insa Stuckenbröker und Christian Knäpper eine Szenerie, die es den Gästen erlaubte, sich in die Gedanken Heinrich Bölls während seines Kriegsdienstes hineinzuversetzen. Die Lesung aus Bölls Kriegstagebüchern rückte sein Bekenntnis zur Trümmerliteratur in einen aktuellen Kontext, der auch die heutige Diskussion um die Frage nach Frieden und europäischen Positionen prägt:  

"Es ist unsere Aufgabe, daran zu erinnern, dass der Mensch nicht nur existiert, um verwaltet zu werden – und dass die Zerstörungen in unserer Welt nicht nur äußerer Art sind und nicht so geringfügiger Natur, dass man sich anmaßen kann, sie in wenigen Jahren zu heilen.“ Heinrich Bölls Bekenntnis zur Trümmerliteratur

Losgelöst vom europäischen Kontext lasse sich auch eine globale Friedensfrage nicht betrachten: Mit einem Impulsvortrag und anschließender Diskussion ordnete Frithjof Schmidt, außenpolitischer Experte der GRÜNEN Bundestagsfraktion, tagespolitische Ereignisse treffend ein. Moderiert von Iris Witt, Geschäftsführerin der Heinrich Böll Stiftung NRW und Uli Burmeister, Vorstandsmitglied der Heinrich Böll Stiftung NRW, fand eine lebendige Interaktion zwischen Podium und Publikum statt.
Groß war die Spannung als anschließend der diesjährige Träger unseres Ideen- und Initativenpreises "Der Heinrich" verkündet wurde: Das Tanzhaus NRW überzeugte durch sein herausragendes Engagement: "Wir haben uns für ein Haus entschieden, welches das interkulturelle Miteinander tagtäglich vorlebt und lehrt“, so Dr. Antonietta Zeoli, Vorstandsmitglied der Stiftung in NRW und eine der Jurorinnen. „Dieses Haus prägt das kosmopolitische Miteinander in der Landeshauptstadt in einer außergewöhnlichen Art und Weise.“ In diesem Jahr hat die aus sechs Mitgliedern bestehende Jury nach besonderen Projekten gesucht, die sich dem Thema Europa mit künstlerischen Mitteln nähern und damit insbesondere junge Menschen ansprechen. Die feierliche Verleihung des undotierten Preises findet bei einer durch das Tanzhaus NRW und die Stiftung gemeinsam geplanten öffentlichen Veranstaltung im Jahr 2019 statt.
Bei Getränken und einem Buffet klang der Abend inspirierend im EsCape in Münster aus. 

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