Allgemeine Informationen zu Arbeitnehmerweiterbildung/Bildungsurlaub

Allgemeine Informationen zu Arbeitnehmerweiterbildung/Bildungsurlaub

Beschäftigte in NRW haben einen rechtlichen Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung/ Bildungsurlaub. Dies wird im „Gesetz zur Freistellung von Arbeitnehmern zum Zwecke der beruflichen und politischen Weiterbildung - Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AWbG)“ geregelt. Viele unserer Reisen lassen sich auch als Bildungsurlaub nach dem Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW anrechnen. Was Bildungsurlaub ist und wer diesen beantragen kann, ist hier zu lesen.  

Was ist Bildungsurlaub nach dem AWbG?

Zum Zweck der beruflichen und der politischen Weiterbildung, können Arbeitnehmer freigestellt werden und an anerkannten Bildungsveranstaltungen bei Fortzahlung des Arbeitsentgelts teilnehmen.

Durch berufliche Arbeitnehmerweiterbildung wird die  berufsbezogene Handlungskompetenz der Beschäftigten verbessert. Aber  auch Bildungsinhalte, die sich nicht unmittelbar auf die berufliche Tätigkeit beziehen, sind eingeschlossen, wenn sie zu einem mittelbar wirkenden Vorteil des Arbeitgebers eingesetzt werden können.

Politische Arbeitnehmerweiterbildung verbessert das Verständnis für gesellschaftliche, soziale und politische Zusammenhänge und fördert somit  die in einer Demokratie angestrebte Partizipation in Staat, Gesellschaft und Beruf.

Wer kann Bildungsurlaub nach dem AWbG beantragen?

Anspruch auf Bildungsurlaub haben Arbeitnehmer, deren Beschäftigungsverhältnisse ihren Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen haben und deren Dienststelle größer als zehn Beschäftigte ist. Sie haben einen Anspruch von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr, wobei der Anspruch von zwei Kalenderjahren zusammengefasst werden darf. Dieser Anspruch kann sich erhöhen oder verringern, wenn regelmäßig mehr oder weniger als fünf Tage in der Woche gearbeitet werden. 

Der Anspruch auf Bildungsurlaub ist ab einem sechsmonatigen Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses gültig. Der Anspruch besteht nur sofern, für das laufende Kalenderjahr keine Arbeitnehmerweiterbildung in einem früheren Beschäftigungsverhältnis wahrgenommen wurde.

Wie kann Bildungsurlaub nach dem AWbG beantragt werden?

Mindestens sechs Wochen vor Beginn der Veranstaltung, muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber  die Inanspruchnahme und den Zeitraum der Arbeitnehmerweiterbildung schriftlich mitteilen. Beizufügen sind hierbei: Nachweis über die Anerkennung der Bildungsveranstaltung sowie das Programm, aus dem sich die Zielgruppe, Lernziele und Lerninhalte sowie der zeitliche Ablauf erkennen lassen.

Abgelehnt werden kann der Antrag nur, wenn zwingende betriebliche oder dienstliche Belange oder Urlaubsanträge anderer Arbeitnehmer diesem im Weg stehen. Der Arbeitgeber muss die Verweigerung schriftlich und unter Angaben von Gründen innerhalb von drei Wochen nach der Mitteilung verkünden, ansonsten gilt die Freistellung als genehmigt.

Was ist eine anerkannte Bildungsveranstaltung nach dem AWbG?

Nur für anerkannte Bildungsveranstaltungen (von anerkannte Einrichtungen der Arbeitnehmerweiterbildung) kann Arbeitnehmerweiterbildung in Anspruch genommen werden. In der Regel finden diese an mindestens fünf, in Ausnahmefällen an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen statt.

Bildungsveranstaltungen im Sinne des Gesetzes müssen allen Arbeitnehmern zugänglich sein, dürfen nicht überwiegend einzelbetrieblichen oder dienstlichen Zwecken dienen und umfassen in der Regel täglich acht Unterrichtsstunden, mindestens aber sechs Unterrichtsstunden, von jeweils 45 Minuten.

Sie dürfen nicht der Erholung, der Unterhaltung, der privaten Haushaltsführung, der Körper- und Gesundheitspflege, der sportlichen, künstlerischen oder kunsthandwerklichen Betätigung dienen oder auf das Einüben psychologischer oder ähnlicher Fertigkeiten gerichtet sein. Sofern es sich nicht um Gedenkstätten oder Gedächtnisorten, die der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus dienen handelt, dürfen die Veranstaltungen nicht mehr als fünfhundert Kilometer entfernt von der Grenze des Landes Nordrhein-Westfalen stattfinden.

Die Informationen sind dem AWbG vom 6. November 1984 (GV.NRW.1984 S. 678), zuletzt geändert durch Gesetz vom 9. Dezember 2014, entnommen und nur in ihrem Wortlaut z.T. verändert. Die vollständigen Informationen entnehmen Sie bitte dem AWbG.

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Viele unserer Reisen lassen sich auch als Bildungsurlaub nach dem Arbeitnehmer-Weiterbildungsgesetz NRW anrechnen.

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