Friedenspläne für Afghanistan
Tagungsdokumentation
Friedenspläne für Afghanistan
Seit über drei Jahrzehnten befindet sich Afghanistan im Kriegszustand und es zeichnet sich immer noch keine erfolgversprechende Strategie zur Friedenssicherung ab. Zum einen steht die Internationale Gemeinschaft nach langjährigen Interventionen in der Pflicht, Aufbau und zivile Entwicklung zu unterstützen. Zum anderen müssen dabei innerafghanische Verhältnisse und Traditionen für eine effektive Friedensordnung beachtet werden. Es gilt den Blick auf eine mögliche Post-Interventions-Gesellschaft in Afghanistan zu richten und neue Perspektiven zu eröffnen. Der Fokus liegt auf den ökonomischen, zivilgesellschaftlichen, politischen und sicherheitsbezogenen Kriterien, die einen dauerhaften Frieden ermöglichen können.
Zu diesen Problemstellungen fand am 22. Oktober 2011 in Bonn die Tagung: Friedenspläne für Afghanistan statt.

Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe 1

Gemeinsame Entwicklungsarbeit, sowie außenpolitische und wirtschaftliche Perspektiven

Impulse für die Fragen nach einer möglichen weiteren Entwicklungszusammenarbeit und den außenpolitischen und wirtschaftlichen Perspektiven lieferten Andreas Zumach, Journalist und Herbert Sahlmann, EZ-Experte. Eine klare Erkenntnis bestand darin, dass nur dezentrale Ansätze zu Wirtschaftsförderung und Infrastrukturaufbau eine wirkliche Zukunftsperspektive haben. mehr»

Arbeitsgruppe 2

Good governance und Stabilität, Zivilgesellschaft und Menschenrechte

- In einer zweiten Arbeitsgruppe wurden nach den Konturen einer Friedensgesellschaft  gefragt. Impulse kamen von Jama Masquadi, Deutsch-Afghanischer Flüchtlingsverein und Otmar Steinbicker, Afghanistanexperte der "Kooperation für den Frieden". Dabei standen vier Ansätze im Vordergrund. Die Frage nach den demokratischen Strukturen und der inneren Sicherheit, sowie die Möglichkeiten einen Versöhnungsprozess in Gang zu setzen und sich über Frauenrechte zu verständigen mehr»

Referate

Was kommt nach dem militärischen Abzug?

Einen ersten Input lieferte Winni Nachtwei, Bündnis 90/Die Grünen, unter der Fragestellung: Was kommt nach dem militärischen Abzug?
Nachtwei beschrieb Afghanistan als teils relativ ruhig und sicher, teils kriegsgeprägt. Er sorgt sich, dass das Land ein 'roll back' erlebt. Eine internationale Strategie der Staatengemeinschaft sei kaum sichtbar. Nachtwei plädiert dafür, nicht bei berechtigter Militärkritik zu verharren, sondern positive Beispiele für verlässliche Partnerschaften zu sammeln wie z.B. die Istanbul-Konferenz.
Mehr Informationen zu Winni Nachtweis Arbeit finden Sie hier

Friedensplan Afghanistan

- Roland Vogt ist Konversionsexperte, war von 1983 bis 1985 für die Grünen im Bundestag und im Verteidigungsausschuss und beschäftigt sich seit Jahren mit den Fragen rund um Afghanistan. Das offene Projekt "Friedensplan Afghanistan" setzt auf Moderation und Pendeldiplomatie und fordert ein klares Engagement, auch von Deutschland, damit ein tragfähiges Fundament für den Frieden in Afghanistan möglich wird. Roland Vogt mehr»

Der Shorish Friedensplan

- Otmar Steinbicker stellte den aktuellen Shorish-Friedensplan vor. Dieser Friedensplan ist in Kontakten mit der Taliban und der ISAF entwickelt worden. Shorish gilt als von allen Seiten akzeptierter Gesprächspartner, daher warb Steinbicker dafür diese Dynamik zu unterstützen. Lob bekam auch die Heinrich Böll Stiftung vor Ort, da sie den Kontakt zu vielen unterschiedlichen Akteuren sucht.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Perspektiven einer Post-Interventions-Gesellschaft in Afghanistan

Unter der Moderation von Christiane Lammers diskutierten Winfried Nachtwei, Bündnis 90/Die Grünen, Jama Maqsudi, Deutsch-Afghanischer Flüchtlingsverein und Andreas Zumach, Journalist die Perspektiven einer Post-Interventions-Gesellschaft in Afghanistan. Dabei waren die zentralen Leitfragen der Diskussion: Welche Perspektiven gibt es in Bezug auf Menschenrechte? Wie kann ein funktionierendes Sozialgefüge entstehen? Wie könnte diesbezüglich die Unterstützung seitens der internationalen Gemeinschaft aussehen?
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Weiteres Engagement

Der Workshop

Wie weiter mit dem Friedensplan Afghanistan?

Zum Abschluss der Tagung hat sich auf Initiative von Roland Vogt eine Gruppe von Interessierten getroffen, die sich weiter mit der Thematik beschäftigen wollen. Dabei wurde über inhaltliche Eckpunkte unterstützender Arbeit diskutiert; wurden konkrete Vereinbarungen für ein Informationsnetzwerk getroffen und mögliche Arbeitsansätze abgesprochen sowie auf aktuelle Informationsquellen und Treffen aufmerksam gemacht. mehr»

Literatur

Literatur

Zu empfehlen sind folgende Artikel, auf die während der Tagung mehrfach Bezug genommen wurde:

 

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