Sommerakademie 2013

Zeit zum Nachdenken

Foto: Meera Zaremba. All rights reserved.

Schon unsere Sommerakademie 2010 handelte von den „Grenzen des Wachstums“. Nach drei Jahren stehen erneut Grenzen im Fokus. Bankenrettung und Eurokrise sind nur die Spitze des Eisbergs in Folge eines politisch freigelassenen Marktsystems. Die Skepsis gegenüber dem vorherrschenden ökonomischen Denken ist größer und grundsätzlicher geworden. 

Die Ökonomie hat den  gesellschaftlichen Wohlstand entwickelt. Sie ist Voraussetzung der Pluralisierung der Lebenswelten. Nun dringt das ökonomische Denken aber in Sphären ein, die lange Zeit marktgesetzlicher Rationalität entzogen schienen. Bildung, Wissenschaft, Kultur und Soziales sind am Ende nur noch  Teilbereiche eines großen Marktes. Menschen begegnen einander immer mehr als Vertragspartner in einem Tausch von Gütern, Leistungen oder Zugangschancen. "Effizienz", "Wettbewerb" und "Selbstoptimierung" sind zu gesellschaftlichen Werten an sich geworden. Soziale, kulturelle und demokratische Teilhabe drohen dagegen auf der Strecke zu bleiben.

Bei unserer Sommerakademie vom 19.-21. Juli 2013 war genau das Ausgang unserer Überlegungen. Wir wollten die Grenzen des ökonomischen Denkens vermessen, dabei aber nicht bei der Analyse stehen bleiben, sondern das politische Gestalten wieder in den Mittelpunkt rücken.

Dokumentationen & Berichte

Primat des politischen Gestaltens?

In seiner Forschung zu Neoliberalismus und Postdemokratie geht Matthias Lemke der Frage nach, wie sich aktuelle Wirtschaftsverhältnisse auf Staat und Demokratie auswirken. Beherrscht der Staat den Markt oder der Markt den Staat? Gibt es ein Primat des wirtschaftlichen Handelns oder des politischen Gestaltens?

By Matthias Lemke

Mehr Zeit durch Beschleunigung?

Die deutsche Gesellschaft individualisiert und differenziert sich. Der öffentliche Raum ist mehr und mehr von Pluralität und Freiheit geprägt und aber auch Vertretung partikularer Interessen und Klientelpolitik erstarken, während Gemeinschaftsgefühl und -arbeit schwinden. Diese Entwicklung wird durch ein Fortschritts- und Beschleunigungsdenken flankiert. Christiane Bender,  Professorin für Soziologie, über gesellschaftliche Grundströmungen im Zeichen des Fortschritts.

By Christiane Bender

Ein gesellschaftlicher Gottesdienst an der Ökonomisierung

Die Autorin Kathrin Röggla beschreibt eine neoliberalen Austeritätsagenda, die trotz Schuldenkrise und -demokratie immer noch fest in der Gesellschaft verankert ist. Die Zivilgesellschaft regt sich zwar, doch ihr Einsatz und ihr Erfolg erscheinen kurzatmig und flüchtig. Stattdessen stecken wir mitten in einem »Krieg gegen die Vorstellungskraft« (Graeber).

By Kathrin Röggla

Kultur & Digitales - Einige Aspekte

 »Nie war es einfacher als heute, an Informationen zu gelangen - dem Internet sei Dank. Allerdings hat diese Zugänglichkeit ihren Preis, und er wird auf vielfache Weise entrichtet.« Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW über Sprache zwischen Eigentum und Gemeingut und über den Charakter einer Kommunikation, die nicht mehr privat sein kann.

By Michael Serrer

Die digitale Revolution – wie sie Individuen, Kultur und Gesellschaft verändert

Malte Spitze sieht in der digitialen Revolution eine große Chance für Kooperation und Kollaboration. Doch es bleiben viele offene Fragen: Wie kann eine Kontrolle dieser neuen Möglichkeiten stattfinden und wer soll die Kontrolle dann ausüben? Welche Gefahren und Möglichkeiten bestehen mit den neuen Technologien und wie schützen wir unsere Privatsphäre und unsere Meinungsfreiheit? Und wie kann man eine »digitale Spaltung« der Gesellschaft verhindern?

By Malte Spitz

The German Way. Oder: Unsere einzige Macht liegt darin, Vorbild zu sein

In der Weltpolitik sei Deutschland lediglich ein »drittklassiger Verbündeter«, sagt Marcus Franken, Umweltjournalist und Chefredakteur von zeo2. Diplomatisch lasse sich deshalb ein Fortschritt im Klima- und Umweltschutz auf internationaler Bühne nicht erreichen. Vielmehr müsse Deutschland zum »Role Model« für andere Staaten werden und den grünen Wandel glaubhaft vorleben

By Marcus Franken

Zwischen Mythos und Ohnmacht - Die Finanzkrise als Herausforderung für die Zivilisation

Klaus Gabriel ist überzeugt, dass die Ohnmacht, die viele BürgerInnen beim Betrachten der Finanzkrise empfinden, auf Annahmen und Vorstellungen zurückzuführen ist, die nur bedingt zutreffen. In seinem Beitrag versucht er die Mythen zu identifizieren und zu entzaubern, denn dies »schließlich ist eine Voraussetzung für eine Mobilisierung zivilgesellschaftlicher und demokratischer Kräfte«.

By Klaus Gabriel

Unsere Fragekarten zur Sommerakademie 2013

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