Praktikumsbericht: Meryam Saidi-Abdessadki

Bericht

„Demokratie ist die einzige politische Grundordnung, die gelernt werden muss – immer wieder, tagtäglich und bis ins hohe Alter hinein“ – diesem Zitat von Oskar Negt bin ich gleich zu Beginn meines Praktikums begegnet und es sollte mich die nächsten acht Wochen begleiten.

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Unsere Praktikantin Meryam Saidi-Abdessadki mit unserem Namensgeber Heinrich Böll.

Als Politikwissenschaftlerin habe ich mich während des Studiums sehr intensiv mit Demokratie befasst. In meiner Politologen-Blase ist Demokratie zu etwas Selbstverständlichem verkommen. Das Praktikum bei der HBS NRW hat mir aber gezeigt, dass demokratisches Bewusstsein in der Gesellschaft keineswegs selbstverständlich ist und welche wichtige Bedeutung „politischer Bildung“ zu kommt.

„Aufsuchende Bildungsarbeit“ – ein Schlagwort, dass bei mir hängen bleiben sollte. Am Ende meines Masterstudiums „Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik“ habe ich mir nun das Ziel gesetzt mein Fachwissen zu nutzen, um demokratische Prozesse zu simplifizieren und demokratische Teilhabe für breitere Gesellschaftskreise, vor allem marginalisierte Gruppen zugänglicher zu machen. Diese Erkenntnis habe ich meinem achtwöchigen Praktikum bei der Heinrich Böll Stiftung NRW zu verdanken.

Ein so engagiertes Team zu beobachten und dabei zu begleiten, wie sie mit viel Energie und Idealismus durch ihre Arbeit Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Umweltbewusstsein Vielfalt und Nachhaltigkeit stärken, war für mich unglaublich imponierend und empowernd. Aus meinem Ehrenamt heraus hatte ich schon viele Berührungspunkte mit „politischer Bildung“. Das Praktikum ermöglichte mir aber einen professionellen Einblick in dieses spannende Feld.

Meine Betreuerin Iris Witt, die Geschäftsführerin der Heinrich Böll Stiftung NRW, ermöglichte mir einen sehr umfassenden und vielfältigen Zugang in die Arbeit und Strukturen der Stiftung. Neben der Planung und Durchführung von Veranstaltungen und der Koordination des Büroalltags, lernte ich auch spezifische Aufgabenbereiche der Geschäftsführung wie die Erstellung eines Haushaltsplans oder die Netzwerkarbeit mit anderen Einrichtungen der politischen Bildung in NRW kennen. Ich wurde sehr gut in das Team aufgenommen. Durch das kollegiale Miteinander untereinander fühlte ich mich auf Anhieb sehr wohl. Ich danke allen MitarbeiterInnen der Heinrich Böll Stiftung NRW, allen voran Iris Witt für die sehr bereichernde Zeit