52. Grüner Salon Bielefeld: Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz

Veranstaltungsbericht

Unter dem Titel "KI: Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz" stellten Prof. Dr. Barbara Hammer (Universität Bielefeld) und Jonas Grill (Digitalcourage) ihre unterschiedlichen Zugänge zum Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) dar. Moderiert wurde der 52. Grüne Salon Bielefeld von Helga Boldt und Harald Klein vom Trägerkreis.

Im Hintergrund sind die Vortragenden zu sehen und im Fordergrund die Teilnehmenden

Barbara Hammer skizzierte die Entwicklung der KI seit den 1950er Jahren und unterschied dabei zwischen maschinellem Rechnen und symbolischer KI. An Beispielen von wahrscheinlichkeitsbasierten Sprachmodellen zeigte sie, dass diese durchaus auch fehlerhaft sein können. Neben dem Daten-Bias (wer trainiert die KI-Modelle?) nennt sie das mit der Entwicklung der KI einhergehende „Deskilling“ (KI mache sogar Fachleute dümmer) als mögliche Probleme. Sie beschrieb andererseits viele Innovationen und Fortschritte in Wissenschaft und etlichen Lebens- und Wirtschaftsbereichen durch die Anwendung von KI. Besonders im Mittelstand in OWL ist die Einführung vergleichsweise weit und kreativ fortgeschritten.

Jonas Grill arbeitet als Campaigner für die zivilgesellschaftliche Organisation digitalcourage und befasst sich mit der europäischen Digitalgesetzgebung. Diese ist dringend erforderlich und auszubauen, weil nicht nur die Big Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley in den USA, sondern zunehmend auch europäische Regierungen unter Druck auf Deregulierung setzen. Anhand mehrerer Beispiele KI-gestützter Programme, die grundlegende Menschenrechte einschränken, Urheberrechtsverletzungen begehen oder ethische Grundlagen verletzen, zeigte er die Notwendigkeit von Regulierungen auf. Er berichtete über die steten Aktivitäten von “Digitalcourage“ gemeinsam mit anderen zivilrechtlichen Organisationen für dieses Ziel.

In der anschließenden Diskussion untereinander und mit dem Publikum wurden die angesprochenen Möglichkeiten von diversen Programmen der Künstlichen Intelligenz und deren Risiken vertieft. Es wurden weitere Aspekte wie gesellschaftliche und politische Folgen der Nutzung von KI, KI und ethische Standards sowie die Gefahren der Nutzung von zum Beispiel „Palantir“ und weiterer KI-Programme unter anderem in der öffentlichen Verwaltung diskutiert, die unter Verletzung von Persönlichkeitsrechten zu mehr „Sicherheit“ führen sollen. Abschließend gab es dazu den deutlichen Hinweis, dass es für viele Anwendungen (auch im privaten Nutzungsbereich) alternative Programme kleinerer Unternehmen gibt, die KI für alltägliche Praxisanwendungen wie z.B. Qualitätskontrolle, entwickeln.