Bildung für nachhaltige Entwicklung benötigt auch entsprechende Örtlichkeiten

Kommentar

Lernerfolg hängt nicht zuletzt auch von dem richtigen Ort ab: In der Ev. Gesamtschule Gelsenkirchen wird durch eine besondere Architektur eine außergewöhnliche Atmosphäre geschaffen - der perfekte Ort für unsere BNE-Veranstaltung. Ein Kommentar von Iris Witt.

Lesedauer: 3 Minuten
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Der Blick ins "Theater" - die schuleigene Aula.

Zufälligerweise gerade am diesjährigen Einschulungstag haben Dr. Manfred Beck und ich mir die Örtlichkeit für unsere große BNE-Tagung 2018 angeschaut und konnten so die evangelische Gesamtschule in Gelsenkirchen-Bismarck gemeinsam mit Eltern und aufgeregten Schüler*innen erleben. 
Da kamen direkt Erinnerungen an die eigene Schulzeit auf und die Frage, wie ich mir meine Schule gewünscht hätte. Das Gebäude auf jeden Fall hätte ich mir heimeliger gewünscht, als es meine damalige Schule war - weniger Beton und mehr Naturmaterialen, mit vielen Sitzecken, und natürlich wäre damals schon eine Mensa klasse gewesen. Ein fließendes Gewässer in einem überdachten und mit viel Grün verschönerten Innenhof hätte ich mir wahrscheinlich nicht mal zu erträumen gewagt, weil es für deutsche Schulen so unrealistisch klingt. 
 
Und wie überrascht war ich, als ich genau alles das Gewünschte in der Gesamtschule in Gelsenkirchen vorfand. Schon das Außengelände präsentiert sich in Form und Gestalt sehr ungewöhnlich und vielfältig. Der Eingangsbereich zum Hauptgebäude wirkt einladend, auf dem Vorplatz stehen Sitzbänke und ich sehe ein Holzgebäude-Ensemble mit einem gepflegten Fischteich und dem Hinweis einer Schülerbücherei. Es gibt sechs sogenannte Jahrgangs-Klassenhäuser, insgesamt 30 Unikate von Klassenräumen mit je eigenem Garten, Vorraum, Toiletten und Galerie. 
 
Im Hauptgebäude empfangen mich freundliche Farben und ein angenehmes Raumklima. Hier gibt es einen großen Innenhof mit Stehtischen, in dem heute viele engagierte Eltern selbstgebackenen Kuchen verkaufen, aber auch das Verkaufsbüdchen in Aktion ist. Ich bin beeindruckt und freue mich sehr, dass hier vor 20 Jahren Architekt*innen eine so angenehme Lern- und Aufenthaltsatmosphäre entwickelt haben. Das Theater, so heißt die Aula hier, ist ein zweigeschossiger großer Raum mit viel Holzverarbeitung und einem großen Fenster zum schönen Außengelände. Vom Innenhof gehen Fachräume und Klassenräume ab, jeder Raum individuell eingerichtet und auch hier finden sich viele Holz- und Naturmaterialen wieder. In dieser wunderbaren Umgebung wurden wir sehr freundlich empfangen und betreut von Dr. Weiher-von Schoultz, dem didaktischen Leiter der Schule.

Ich freue mich sehr, dass wir für unsere BNE-Tagung so einen schönen und passenden Veranstaltungsort zum Thema Nachhaltigkeit gefunden haben. In dem Innenhof werden wir unseren „Markt der Möglichkeiten“ präsentieren. Es gibt dort die Gelegenheit, sich an Ständen über die Arbeit besonderes aktiver Kommunen wie Gelsenkirchen und Dortmund zum Thema Nachhaltigkeit zu informieren. Die vier Veranstalter „Grüne Alternative in den Räten NRW“, „LAG21“, „Heinrich Böll Stiftung NRW“ und das „Bundesministerium für Bildung und Forschung“ ermöglichen Aktionen und bringen viel Infomaterial mit. Die Verbraucherzentrale wird ebenso vertreten sein wie der Gelsenkirchener Ziegenmichel.
Im Theater werden wir mit Bundes- und Landesvertreter*innen, der Wissenschaft und wichtigen Akteur*innen der Nachhaltigkeit ins Gespräch kommen und engagiert mit allenTeilnehmer*innen diskutieren, wie die notwendige Transformation aus den Kommunen heraus vorangebracht werden kann. Wir werden uns die UN-Nachhaltigkeitsziele als Poetry Slam durch Ella Anschein vorführen lassen. 

Bei Suppe und einer Salatbar laden wir dann erneut zum Markt der Möglichkeiten ein und bieten auch eine Führung über das Gelände dieser ungewöhnlichen Schule an. Am Nachmittag sollen dann in kleineren Gruppen in Workshops die gelungenen Umsetzungen aus Bonn, Dornstadt, Düsseldorf, Gelsenkirchen und den Kreis Recklinghausen vorgestellt und diskutiert werden. Und in einer U30-Abschlussrunde lassen wir die Generation der Zukunft zu Wort kommen.