Heinrich XI: Engel der Kulturen

Bild der Preisträger*innenUrheber: Heinrich Böll Stiftung NRW. All rights reserved.

Der Engel der Kulturen ist ein Kunstprojekt der Ateliergemeinschaft der bildenden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten. 
Das Projekt wird seit 2007 durchgeführt und unterstützt den interkulturellen und interreligiösen Dialog, der das friedliche Zusammenleben und das gemeinschaftliche Agieren zum Ziel hat. Aber auch Erfahrungsaustausch und das Verständnis für die jeweilige Spiritualität stehen im Fokus des Projekts.
Das Zeichen des Engels entsteht durch die besondere Konstruktion der Symbole der drei abrahamischen Religionen - den Halbmond, den Stern und das Kreuz - die sich in ausgewogener Relation auf einer runden Fläche gruppieren.
In dieser kreisförmigen Anordnung wird deutlich: keine Gruppe kann herausgelöst werden, ohne dass erkennbar alle anderen mit beschädigt werden. In der Überlieferung aller drei Weltreligionen kommen Engel ungefragt und gelten als Beschützer und Botschafter.
Durch die Umsetzung des Engels der Kulturen in verschiedene künstlerische Aktionen/Performances  werden breit angelegt die verschiedensten Bevölkerungsgruppen im In- und Ausland eingebunden. Vertreter*innen der Religionsgemeinschaften sowie Vertreter*innen der Öffentlichkeit bekunden bei den Kunstaktionen mit dem Engel der Kulturen in gemeinschaftlichen Handlungen mit Bürger*innen und vielen jungen Menschen ihren Willen zu einem friedlichen Zusammenleben aller Kulturen in der einen Welt.  Zur Verstetigung werden in den beteiligten Städten in nachfolgenden Jahren immer wieder Veranstaltungen (z.B. Erforschen der Stadtgeschichte im Hinblick auf die verschiedenen Religionen, Jahrestage, Ausstellungen, Diskussionen) auch an Schulen unter der Überschrift Engel der Kulturen durchgeführt.  
Diese Aktionen wurden bereits in mehr als 65 Städten in Deutschland, aber auch im Ausland erfolgreich durchgeführt, im Sommer 2014 u.a. am NRW-Landtag und anschließend bei der Gedenkveranstaltung für die NSU- Terroropfer in Köln/ Keupstraße. Im Oktober 2014 weihte das Künstlerpaar auf Wunsch des Oberbürgermeisters von Tel Aviv in Jaffa am Arabic Jewish Community Center eine 2-teilige Wandskulptur des Engels der Kulturen ein (unter Beteiligung u.a. von Kerstin Müller, Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung Tel Aviv).

Preiswert, weil…
Bei der Organisation und Durchführung der Kunstaktionen in den verschiedenen Städten beteiligen sich jeweils Menschen aller Altersgruppen und Religionszugehörigkeiten, das Geschlechterverhältnis ist ausgeglichen. An der Vorbereitung sind durchschnittlich um die 20 Personen beteiligt (z.B. Bündnisse gegen Rechts, Integrationsbeauftragte, Runder Tisch der Religionen, Gemeinden etc.), bei den Aktionen selbst machen oft mehrere Hundert Menschen aller Altersgruppen, besonders viele Kinder und junge Leute mit. Prinzipiell gibt es keine Begrenzung, jeder darf mitmachen.
In Dubica/ Bosnien Herzegovina agieren 2010 zum ersten Mal seit dem Krieg in den 90er Jahren Muslime und Christen gemeinsam - bei der Aktion Engel der Kulturen in ihrer Stadt. 
Bei einer Aktion am EU-Parlament äußert sich Präsident Martin Schulz:"Der Engel der Kulturen ist ein Symbol für die europäische Idee, wie es kein besseres geben könnte. Die Skulptur transportiert die Aussage von Respekt und Humanität... Besser kann man kaum darstellen, wie die Menschen trotz unterschiedlicher Religionen und kultureller Prägungen miteinander verbunden sind..." 

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