Engagement für den Klimaschutz: Was passiert in Düsseldorf?

Engagement für den Klimaschutz: Was passiert in Düsseldorf?

Veranstaltungsbericht

Es tut sich etwas in Düsseldorf, aber das ist nicht genug: Über zukunftsweisende Konzepte, ehrenamtliches Engagement für den Klimaschutz und die Notwendigkeit einer sichtbaren Kommunikation für alle, denn - der Klimawandel wirkt sich schneller auf die Landeshauptstadt aus, als man meinen möchte.

Ein aufmerksamer Austausch prägte die Stimmung während der dritten nachhaltigen Stadtbegehung - hier erklärt Jana Lang (2. v.r.) das Konzept Marktschwärmerei am Factory Campus. – Urheber: Susanne Erdmann. All rights reserved.

Bereits zum dritten Mal fand die nachhaltige Stadtbegehung durch Düsseldorf statt: Dieses Mal stand am Samstag, 16. Juni das Thema urbaner Klimaschutz im Fokus. Einführend informierte Katharina Uhlig, Initiativenberaterin des Projekts Mehrwert NRW, über den aktuellen Stand nachhaltiger Initiativen in NRW. Besonders spannend fanden die Teilnehmenden den CO2-Rechner, der es Initiativen erlaubt ihre Klimaschutzwirkung auszurechnen. Solidarische Landwirtschaften, Repair-Cafés oder Klimagruppen: Das Engagement für nachhaltige Konsum- und Lebensstile nimmt zu. So begrüßenswert dieser Trend auch erscheint, die Mehrheit der Bevölkerung erreicht dieser Einsatz noch nicht in dem Maße, in welchem es sich Katharina wünschen würde: So diskutierten die Teilnehmenden über die Notwendigkeit einer höheren Präsenz der einzelnen Initiativen und Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Mit einer größeren Sichtbarkeit würden viele Projekte durch ihren Vorbildcharakter neue Interessierte begeistern und so einen informativen Beitrag leisten. Denn laut einer Umfrage vom Oktober 2016 hat Klimaschutz zwar für 72 % der Düsseldorfer Bürger*innen eine sehr hohe bzw. hohe Relevanz, gleichwohl gebe es aber auch ein verbreitetes Informationsdefizit zu den Klimaschutzangeboten (Quelle: Klimaschutzkonzept, S. 14/15). 

Konkret informiert wurde die Gruppe bei der zweiten Station der Tour: In den Räumlichkeiten der GRÜNEN Ratsfraktion konnten die Teilnehmenden mit Claudia Engelhardt, stv. Fraktionsgeschäftsführerin der GRÜNEN Ratsfraktion über die kommunalpolitischen Pläne diskutieren. Dazu zähle zum einen das Klimaschutzkonzept 2025, welches durch den Masterplan auch das Ziel der Klimaneutralität 2050 beinhalte. Wichtige Grundlagen hierfür seien aber besonders aus GRÜNER Sicht auch der Fokus auf Verkehrsbereiche wie bspw. den weiteren Ausbau von Radwegen. Auch Elke Cardeneo vom Umweltamt stellte ein weiteres Handlungskonzept vor: Das KAKDUS, das Düsseldorfer Klimaanpassungskonzept gibt konkrete Handlungsvorschläge um der Erwärmung zu begegnen: Sogenannte Belastungskarten verdeutlichen dabei drastisch, wie die Intensität von Hitze oder Extremwetterereignissen zunehmen wird. Wirke der Begriff Anpassung häufig wie eine Resignation, ist tatsächlich das Gegenteil der Fall: "Eine frühzeitige Anpassung an die sich ändernden Klimabedingungen stellt eine wichtige Aufgabe dar, um Klimarisiken vorzubeugen.", heißt es auf der Homepage des Umweltamts.

Kaum eine Frucht gibt es, die man nicht ganzjährig in Supermärkten erhalten kann: Dass der Transport dabei Unmengen an Ressourcen kosten und einen hohen Beitrag zur globalen Emissionssituation beitragen, ist beim Einkauf kaum präsent. Welche Alternativen es mit Blick auf den eigenen Konsum gibt, zeigt beispielswiese Jana Lang auf: Sie betreibt die ersten beiden Düsseldorfer Marktschwärmereien im Factory Campus und im Super7000. Das Prinzip: Konsument*innen können online Produkte regionaler Zulieferer bestellen, bezahlen und ihre Produkte dann einfach bei der wöchentlichen Verteilung abholen. Die Vorteile: Die Lieferant*innen bringen nur die Produkte, die bestellt wurden und müssen Reste so nicht wegwerfen bzw. wieder mitnehmen. Die Kund*innen wissen, wo ihr Essen herkommt und unterstützen lokale und regionale Betriebe. Dieser positive gesellschaftliche Beitrag sei es auch, der Jana antreibe, anstrengend sei es durch den ehrenamtlichen Hintergrund dennoch. Als eine von vielen Engagierten würde sie die fehlende Sichtbarkeit beschäftigen.

In einer abschließenden Runde wurde deutlich: Ein Umdenken kann nur gelingen, wenn die öffentliche Kommunikation stärker und präsenter auf die gesellschaftliche Mitte ausgerichtet würde. Nur was sichtbar ist, kann zum Mit- und Nachmachen anstiften. 

 

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